Prof. Dr. med.
Björn Hauptmann

Chefarzt der
Parkinson-Fachklinik
im Neurologisches Zentrum
Segeberger Kliniken Gruppe

 

 

 

Die Parkinsonerkrankung (syn. Morbus Parkinson, idiopathisches Parkinsonsyndrom) wurde erstmalig 1817 von dem englischen Arzt James Parkinson in seinem Aufsatz ‚An Essay on the Shaking Palsy‘ beschrieben. Die Parkinsonerkrankung ist mit ca. 100-200 Betroffenen auf 100000 Einwohner (=Prävalenz) eine der eher häufigen neurologischen Erkrankungen. Da die Zahl der Neuerkrankungen mit steigendem Lebensalter zunimmt, sind in der Gruppe der über 65 Jährigen ca. 1800 auf 100000 Einwohner betroffen. Auch wenn es sich vorwiegend um eine Erkrankung des fortgeschrittenen Lebensalters handelt, so darf die Gruppe der frühzeitig Erkrankten, d.h. unter Umständen schon um das 40. Lebensjahr und selten auch früher, nicht außer Acht gelassenen werden. Zumal diese Betroffenen oftmals unter ganz spezifischen Folgen der Erkrankung leiden.

Auch wenn die Parkinsonerkrankung, zumal in den Augen der oftmals nicht informierten Öffentlichkeit, in erster Linie als eine Bewegungsstörung mit Zittern (‚Schüttellähmung‘) wahrgenommen wird, so sind es insbesondere die sogenannten axialen (Sprechstörung, Haltungs-und Gangstörung) sowie nicht-motorischen Symptome, die oftmals die Lebensqualität der Betroffenen in hohem Maße beeinträchtigen. Während Sprechstörungen die Kommunikationsfähigkeit einschränken, gefährden Haltungs- und Gangstörungen, nicht zuletzt auch durch die damit verbundene Sturzgefahr, die selbständige Mobilität im Alltag. Aber auch Schmerzen, Schlafstörungen, depressive Symptome, Antriebsstörungen, Halluzinationen, Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit und andere nicht-motorische Symptome sind unter Umständen mindestens ebenso alltagseinschränkend.

Unbestrittene und unverzichtbare Grundlage der Parkinsontherapie sind die medikamentösen Therapieverfahren. Dabei haben diese im Verlauf der letzten Jahre und Jahrzehnte an Vielfalt zugenommen. weiterlesen...